Ziele

Im knapp 40 km² großen Projektgebiet (das Gebiet der Gemarkung Sachrang) bestehen aufgrund traditioneller Landwirtschaft aus naturschutzfachlicher Sicht hochwertige Lebensraumtypen mit Vorkommen zahlreicher gefährdeter Pflanzen- und Tierarten.

Die wertvollen Flächen unterliegen jedoch etlichen Beeinträchtigungen: Kernproblem ist aktuell ein Rückgang der Bewirtschaftung durch den Strukturwandel in der Landwirtschaft. Ein Beispiel ist die Unterbeweidung von Almen und Talflächen, auf denen es zunehmend zur Verbuschung kommt. Auf zahlreichen talnahen Flächen westlich von Sachrang hat der Adlerfarn die bisherige Vegetation weitgehend verdrängt. Wo früher artenreiche Magerweiden waren, findet sich nun ein artenarmes, eintönig wirkendes Adlerfarn-/Brombeerengebüsch.

Aus naturschutzfachlicher Sicht besteht deshalb ein hoher Handlungsbedarf, langfristig eine nachhaltige Sicherung der Biodiversität durch eine angepasste Pflege der Almen, Heimweide- und Feuchtflächen zu sichern, zu fördern und entsprechende Maßnahmen für eine angepasste Pflege zu etablieren. Die Erfahrungen sollen mit weiteren Grundbesitzern und Bewirtschaftern ausgetauscht und künftig weiterhin optimiert werden.

Projektträger

Logo Gemeinde Aschau

Projektpartner

Logo Bezirk Oberbayern
Logo Bayerischer Naturschutzfonds

Video des Bayerischen Rundfunks zum Bergbauernmodell Sachrang

Maßnahmen

Seit dem Jahr 2015 haben die Landwirte in Zusammenarbeit mit dem Projektbetreuer viele Maßnahmen durchgeführt, die zur Verbesserung beigetragen haben:

  • Mähen der Adlerfarnflächen
  • Entbuschung von Buckelwiesen und Talhängen
  • Entfernung des Gehölzaufwuchses auf Almflächen und Talweiden (Schwenden)
  • mosaikartiges Ausmähen von Blaubeerheiden
  • Zurückdrängen von Brombeeren durch Ziegenbeweidung
  • Errichtung mobiler Weidezäune für das Weidevieh
  • Mähen der Streuwiesen im Herbst

So soll bis zum Projektende im Winter 2019/2020 noch viel erreicht werden in Sachen Landschaftspflege und Beweidungsmanagement, aber auch in der Öffentlichkeitsarbeit, im fachlichen Austausch und in der Vermarktung lokaler landwirtschaftlicher Produkte.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie in der Projektskizze.

  • Brombeer-Farnmahd
  • Schwendfeuer
  •  Bandrechen ferngesteuert
  • Schwenden
  • Brombeer-Farnmahd
  • Schwendfeuer

Beispiele von Pflegemaßnahmen

Entbuschung einer Hangleite bei Sachrang

Vorher

Hangleite bei Sachrang vorher

Stark verbuschte Hangleite bei Sachrang im Sommer 2017

Nachher

Hangleite bei Sachrang nachher

Die Entbuschung im Herbst 2017 schafft wieder Raum für eine Magerwiesenvegetation.

Entbuschung einer Buckelwiese bei Stein

Vorher

 Buckelwiesen NSG Geigelstein vorher

Stark verbuschte Buckelwiese bei Stein östlich der Prien

Nachher

 Buckelwiesen NSG Geigelstein nachher

Im Herbst 2015 wurde die Buckelwiese entbuscht. Die lichtbedürftigen Pflanzenarten des Kalkmagerrasens, die von den Gehölzen verdrängt worden waren, können sich nun wieder ausbreiten.

Schwenden der Blaubeerenbestände auf der Schreck-/Sulzingalm

Vorher

 Feldkreuz vorher

Von Blaubeer-Dominanzbeständen eingenommene Fläche auf der Schreck-/Sulzingalm im Naturschutzgebiet Geigelstein. Diese Flächen werden nicht mehr vom Weidevieh aufgesucht.

Nachher

 Feldkreuz nachher

Durch mosaikartiges Schwenden der Blaubeerenbestände können sich wieder beweidungsfähige Borstgrasrasen entwickeln. Durch Aufasten von Fichten wird die Schattwirkung der Bäume verringert.

Mahd von Adlerfarn bei Sachrang

Vorher

 Koanzn-Etz

Weidehang bei Sachrang, der nahezu ausschließlich von Adlerfarn eingenommen wird.

Nachher

Weidehang bei Sachrang nachher

Durch mehrmalige Mahd der Adlerfarn-Bestände im Sommer 2017 wurde der Adlerfarn zurückgedrängt und wieder Raum für beweidungsfähiges Grünland geschafft.